| Musik ist eine Sprache die sowohl international als generationsübergreifend verstanden wird. Sie kann auch den Zugang zu Menschen die sonst kaum noch zu erreichen sind, herstellen.Durch unsere jahrelange Arbeit in Seniorenheimen ist uns aufgefallen,dass oft das Schweigen der Senioren mit Musik durchbrochen werden kann. Ich besuche ein Pflegeheim – mich empfängt Schweigen. Mehrerer Senioren sitzen an Tischen oder in den Fluren und keine Reaktion auf mein gewollt fröhliches: Moin,moin. Keiner schaut oder reagiert, oder lächelt mir zu. Die Senioren die hier sitzen, scheinen wenig ansprechbar- aber sie sind nicht alle wirklich dement. Mir begegnen glanzlose Augen, zusammengesunkene Körper und regungslose Minen. Sie sind verstummt, zurückgezogen, in einem Raum, in dem sie sich vor den Zugriffen anderer Menschen schützen können. Und diesen Raum möchten wir mit unser Arbeit mit Musik betreten und den Senioren ein Gefühl der Sicherheit und des Beschütz-sein geben. Musik spielt im Leben eines Menschen eine große Rolle, auch wenn dieser nicht immer selbst gesungen hat. In ihrer Jugendzeit hatte nicht jeder ein Radio oder einen Schallplattenapparat, deshalb war es selbstverständlich für diese Generation selbst zu singen und zu musizieren. Das Singen wirkt belebend und befreiend. Selbst Menschen die hoch demenzell erkrankt sind und während unserer Musikdarbietung weitgehend in sich zurückgezogen waren oder geschlafen haben, werden aufmerksam und wacher.Manche bewegen nur ihre Lippen, manche nur ihre Augen, aber sie nehmen teil an dem, was um sie herum passiert. Singen ist bestens geeignet, um auf natürlicher Weise die Atmung zu schulen. Beim Singen wird automatisch tiefer geatmet und langsam – singend –ausgeatmet. Lieder sind im Gedächtnis fest verankert. Auch wenn das Kurzzeitgedächtnis nachgelassen hat, sind doch oft noch Texte vorhanden.Dadurch stärken wir bei Demenzerkrankten das Kohärenzgefühl : Verstehbarkeit, Machbarkeit, Bedeutsamkeit. Die demenzerkrankten Senioren haben oft noch über das Singen alter Lieder ein Erfolgserlebnis, weil sie die Texte nicht vergessen haben. Deshalb singen wir auch nur alte deutsche Volkslieder. Kinderlieder singen wir nur auf Wunsch von den Senioren, damit sie nicht das Gefühl bekommen wir behandeln sie wie Kinder. Alte Schlager aus der Jugendzeit ( bis 1950 ) werden auch gerne gehört und auch manchmal mitgesungen. Die Schlager sind zum Selbstsingen oft zu schwierig. Auch wenn die alten Stimmen leise und rau geworden sind, wenn Melodien nicht mehr so ganz gehalten werden können, oder auch mal die Melodie verändert wird, geben wir den richtigen Rahmen vor und die Senioren singen aus vollen Herzen mit. Wir singen die Lieder immer ein wenig langsamer als Orientierte es kennen. Die Umsetzung bei den demenzerkrankten ist dann einfacher und sie singen mit. Auch werden die Lieder in eine etwas tieferen Tonart gespielt und gesungen. Tiefe Töne können die demenzerkrankten Senioren besser hören und umsetzen.  Da wir eine spezielle Ausbildung in der gerontopsychiatrischen Pflege haben, singen wir in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen für Demenzerkrankte und orientierten Bewohner. Unser Programm ist speziell für diesem Bereich ausgerichtet. Mit Gedichten, Zitaten und Sprichwörtern und alten Volksliedern bereiten wir Ihren Bewohner ein einstündiges Programm voller Spannung und Wiedererkennungswert. Wir benutzen keine Verstärkeranlagen, und spielen in Zimmerlautstärke, da die Hörgewohnheiten der Senioren sich total von den Hörgewohnheiten der heutigen Generation unterscheidet. Erfahrungsgemäß können Senioren mit elektrisch verstärkter Musik nichts anfangen. Dies mag sich in 10-20 Jahren ändern, wenn die Rock and Roll –Generation in die Jahre gekommen ist und sie selbst Heimbewohner geworden sind. |